Judenstraße 7

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Judenstraße7, 2012
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Das heutige Gebäude an der Ecke zur Schulstraße wurde erst 1970 errichtet, nachdem das alte im Rokoko-Stil errichtete Gebäude abgerissen wurde. Es wurde um 1740 von dem bekannten Stadtbaumeister Friedrich Vogt errichtet. Zuvor gehörte die Immobilie wohl seinem Schwiegervater Bartholomaeus Bongartz. Vor der straßenweisen Nummerierung muss das Gebäude die Nummer 233 gehabt haben.

In dem Haus befand sich eine der ersten Kempener Apotheken. "1810 gründete der Apotheker Nicolas Mercelli aus Erkelenz im früheren Haus des Stadtbaumeisters Friedrich Vogt ... die Apotheke 'Zum goldenen Löwen'."[1] Am 17. Februar 1810 teilt Kempens Bürgermeister Thissen dem Aachener Präfekten in einem Brief mit, er habe dem ehrenwerten Herrn Nicolas Marcelli, Apotheker in Kempen, die Konzession zugestellt.

Hermes, S. 87

Am 13. Dezember 1850 starb der Besitzer der Löwenapotheke Nikolaus Marzelli. Nachfolger wurde sein älterster Sohn Ferdinand, der in Berlin sein Examen als Apptheker I. Klasse bestanden und das Geschäft in den letzten Jahren geführt hatte. ...

Wenige Jahre nach 1860 muß Ferdinand Marzelli wohl gestorben sein; denn wir treffen um diese Zeit bereits August Hucklenbroich, gebürtig aus Erkelenz, als Eigentümer der Löwenapotheke an. Ihm erteilt mit Verfügung vom 29. September 1887 die Regierung zu Düsseldorf folgenden Bescheid: „Auf das uns unterm 13. d. Mts. vorgetragene Gesuch erteilen wir zu der von Ihnen beabsichtigten Verlegung Ihrer Apotheke aus Ihrem bisherigen Haus in der Judenstraße dort in das von Ihnen käuflich erworbene Tenhoff”sche Haus am dortigen Markte hiermit die Genehmigung“.

Tatsächlich erscheint Marzellis Nachfolger August Hucklenbroich schon 1861 im Adressbuch als Apotheker unter der Hausnummer 233.

Nach Fertigstellung des schlichten Neubaus im Jahr 1970 verlegte die Fa. Gall ihre Papierwarenhandlung von der Judenstraße 4 in die neu errichteten Geschäftsräume. Gisela Gall war übrigens die ältere Schwester von Franz, Paul und Heinrich Wefers von der Engerstraße. Sie hat die drei großgezogen, nachdem ihre Mutter, eine geborene Straeten, früh verstorben war.[2]

Bald darauf übergaben Gall ihr Schreibwarengeschäft an Wolfgang Jäger, der das Geschäft noch bis 1982 betrieb, bevor er mit seiner Frau Käthe in seine alte Heimat Bedburg/Erft zurückkehrte. Wolfgang Jäger verstarb im Jahr 2019 in Bedburg.

Seit einigen Jahren ist hier das Kempener Früchtehaus mit frischem Obst und Gemüse vertreten. Im benachbarten Ladenlokal, aber im selben Haus betreibt Silke Zanetti ihr "Radieschen" für neue und gebrauchte Kinderbekleidung. Im rückwärtigen Teil an der Orsaystraße ist das Geschäft "Bild und Kunst" von Helmut Körner.



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Quellen:

  1. https://www.kempen.de/de/inhalt/station-15-loewenapotheke/
  2. Angaben von Christian Wefers, März 2021