Judenstraße 5: Unterschied zwischen den Versionen
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Drogerie Helm<br /> | "<u>Drogerie Helm</u><br /> | ||
Auf der Judenstraße, gegenüber der Bockengasse, befindet sich die Drogerie Helm. Das große weiße Gebäude steht imposant neben Jansens Garten. Im Vorderhaus zur Straßenseite hin befindet sich die Drogerie. Im ersten und zweiten Stock sind Wohnungen ... Eine große barocke Tür lädt zum Eintritt ein, wo einem eine gemütliche Atmosphäre entgegenstrahlt. Es riecht leicht nach Hustenbonbons und Kräutern. Rechts, vom Flur ausgehend, liegt das Geschäft. Durch die Ladentür schaut man auf die Theke. Dahinter stehen Regale mit Flaschen und Tinkturen. Hinter der Theke steht Herr Helm, groß und behäbig, mit einem weißen Kittel angetan, das schwarze Haar glatt nach hinten gekämmt." | |||
Auf der Judenstraße, gegenüber der Bockengasse, befindet sich die Drogerie Helm. Das große weiße Gebäude steht imposant neben Jansens Garten. Im Vorderhaus zur Straßenseite hin befindet sich die Drogerie. Im ersten und zweiten Stock sind Wohnungen ... Eine große barocke Tür lädt zum Eintritt ein, wo einem eine gemütliche Atmosphäre entgegenstrahlt. Es riecht leicht nach Hustenbonbons und Kräutern. Rechts, vom Flur ausgehend, liegt das Geschäft. Durch die Ladentür schaut man auf die Theke. Dahinter stehen Regale mit Flaschen und Tinkturen. Hinter der Theke steht Herr Helm, groß und behäbig, mit einem weißen Kittel angetan, das schwarze Haar glatt nach hinten gekämmt. | |||
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[[File:Muckefuck-Aufkleber_Judenstr_5.jpg|150px|links]]Ab Mitte der siebziger Jahre (1975?) und bis 1982 war im linken Teil des Erdgeschosses das legendäre Café Muckefuck von Kalla Wefers. Von wann bis wann genau und vieles andere mehr berichtet uns hoffentlich bald der ehemalige Inhaber - zum Beispiel, wie es zum Brauch des Heiligabendfühschoppens kam, der hier seinen Ursprung hat.<ref>[http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen/kempen/ein-bierchen-vor-der-stillen-nacht-1.853718 WZ-Newsline, 21.12.2011]</ref> Im rechten Teil war vorübergehend das Antiquitätengeschäft von Mirabel Bienefeld, bevor sie zur [[Ellenstraße 2]] zog. Später betrieb der stets musikbegeisterte Kalla Wefers in dem kleinen Raum rechts neben dem Muckefuck vorübergehend einen Plattenladen. | [[File:Muckefuck-Aufkleber_Judenstr_5.jpg|150px|links]]Ab Mitte der siebziger Jahre (1975?) und bis 1982 war im linken Teil des Erdgeschosses das legendäre Café Muckefuck von Kalla Wefers. Von wann bis wann genau und vieles andere mehr berichtet uns hoffentlich bald der ehemalige Inhaber - zum Beispiel, wie es zum Brauch des Heiligabendfühschoppens kam, der hier seinen Ursprung hat.<ref>[http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen/kempen/ein-bierchen-vor-der-stillen-nacht-1.853718 WZ-Newsline, 21.12.2011]</ref> Im rechten Teil war vorübergehend das Antiquitätengeschäft von Mirabel Bienefeld, bevor sie zur [[Ellenstraße 2]] zog. Später betrieb der stets musikbegeisterte Kalla Wefers in dem kleinen Raum rechts neben dem Muckefuck vorübergehend einen Plattenladen. | ||
Um 1994 (???) wurde | Der damalige Eigentümer Willi Geks von der Schulstraße hat das Haus dann verkauft. Um 1994 (???) wurde es von Grund auf umgebaut. Das Ladenlokal und die darüber liegenden Wohnungen wurden renoviert. Im ersten Stock entstanden Räume für eine Urologiepraxis. In den folgenden Jahren beherbergte das vergrößerte Ladenlokal an der Judenstraße unter anderem einen Modeladen von Benetton und den Friseursalon von Hartmut Höninger. Von 2003 bis Ostern 2009 war im Ladenlokal die Fa. Lieguas (den Namen sollte man rückwärts lesen!) mit Deko und Accessoires fürs häusliche Flair - von der Buddha-Figur bis zum Kolonialstil-Tischchen. Von Juni 2009<ref>[http://www.wz-newsline.de/lokales/kreis-viersen/kempen/gefluester-im-frohwald-geht-8217s-am-samstag-um-die-wurst-1.138256 WZ-Newsline, 4.9.2009]</ref> bis etwa 1913 war im Haus ein Geschäft für stilvolle Wohnaccessoires von Bernd und Evi Appenzeller. Heute beherbergt das alte Ladenlokal das ''Delikatessengeschäft Held''. Oben befinden sich Wohnungen und Büros. An der Stelle der früheren Arztpraxis isst heute ein Institut für Lernbegleitung.<ref name="WZ_17.04.2009" /> | ||
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Version vom 16. März 2017, 11:25 Uhr
Judenstraße 5 "Haus Hall"
Repräsentatives, bürgerliches Wohnhaus des 18. Jhs. in drei Etagen mit ausgebautem Mansarddach. Die Fassade ist fünfachsig gegliedert und erfährt ihre horizontale Unterteilung durch zwei Putzgesimse zwischen den Geschossen und durch ein kräftiger ausgeführtes Traufgesims. Die Traufe selbst ist durch Akantuskonsolen nochmals akzentuiert. Sämtliche Fenster sind den alten Vorbildern entsprechend erneuert, die mehrfach profilierten Fenstergewände bestehen aus Holz. Der gelbe Anstrich der Fassade ist entsprechend dem historischen Befund gewählt worden.
Das Haus besitzt eine reich geschnitzte Rokokotür, die zu den schönsten in der Stadt Kempen gehört. Die heutige Nutzung des Erdgeschosses als Ladenlokal hat gleichwohl nicht zum Einbau eines großflächigen Schaufensters geführt. Im Erdgeschoss sind weiterhin die alten Fenstergrößen erhalten geblieben, in den Oberlichtern auch die ursprüngliche Sprossenteilung.
Beim Durchbau des Hauses in den 80er Jahren ließ sich ablesen, dass es durch die Zusammenfassung zweier kleinerer, an dieser Stelle stehender Häuser entstanden ist, gleichzeitig auch in seiner Bautiefe erweitert worden ist.
1764 wurde das Gebäude von dem Kempener Baumeister Friedrich Vogts für seinen Freund Peter Matthias Hall gebaut, der 20 Jahre zuvor eine Wachsbleicherei in Kempen errichtet hatte. Aus diesem Unternehmen ging der älteste Großbetrieb der Stadt hervor - die Kerzenfabrik Franz Theodor Foerster.
Vom heiteren Stil jener Zeit - dem Rokoko - zeugen die beschwingten Linien der Türumrahmung und die zierlich geschmückte Haustür selbst. Die nachträgliche Vergrößerung der Fenster im Erdgeschoss hat die Anmut der Fassade nur wenig gemindert.[1]
In den 1950er Jahren hatte die "Drogerie Helm" im Paterre ihr Domizil, die dann in die Engerstraße/Ecke Kirchstraße wechselte. Dieter Persson schreibt in seinen Erinnerungen an Kempen in seiner Kindheit:
"Drogerie Helm
Auf der Judenstraße, gegenüber der Bockengasse, befindet sich die Drogerie Helm. Das große weiße Gebäude steht imposant neben Jansens Garten. Im Vorderhaus zur Straßenseite hin befindet sich die Drogerie. Im ersten und zweiten Stock sind Wohnungen ... Eine große barocke Tür lädt zum Eintritt ein, wo einem eine gemütliche Atmosphäre entgegenstrahlt. Es riecht leicht nach Hustenbonbons und Kräutern. Rechts, vom Flur ausgehend, liegt das Geschäft. Durch die Ladentür schaut man auf die Theke. Dahinter stehen Regale mit Flaschen und Tinkturen. Hinter der Theke steht Herr Helm, groß und behäbig, mit einem weißen Kittel angetan, das schwarze Haar glatt nach hinten gekämmt."
Ab Mitte der siebziger Jahre (1975?) und bis 1982 war im linken Teil des Erdgeschosses das legendäre Café Muckefuck von Kalla Wefers. Von wann bis wann genau und vieles andere mehr berichtet uns hoffentlich bald der ehemalige Inhaber - zum Beispiel, wie es zum Brauch des Heiligabendfühschoppens kam, der hier seinen Ursprung hat.[2] Im rechten Teil war vorübergehend das Antiquitätengeschäft von Mirabel Bienefeld, bevor sie zur Ellenstraße 2 zog. Später betrieb der stets musikbegeisterte Kalla Wefers in dem kleinen Raum rechts neben dem Muckefuck vorübergehend einen Plattenladen.
Der damalige Eigentümer Willi Geks von der Schulstraße hat das Haus dann verkauft. Um 1994 (???) wurde es von Grund auf umgebaut. Das Ladenlokal und die darüber liegenden Wohnungen wurden renoviert. Im ersten Stock entstanden Räume für eine Urologiepraxis. In den folgenden Jahren beherbergte das vergrößerte Ladenlokal an der Judenstraße unter anderem einen Modeladen von Benetton und den Friseursalon von Hartmut Höninger. Von 2003 bis Ostern 2009 war im Ladenlokal die Fa. Lieguas (den Namen sollte man rückwärts lesen!) mit Deko und Accessoires fürs häusliche Flair - von der Buddha-Figur bis zum Kolonialstil-Tischchen. Von Juni 2009[3] bis etwa 1913 war im Haus ein Geschäft für stilvolle Wohnaccessoires von Bernd und Evi Appenzeller. Heute beherbergt das alte Ladenlokal das Delikatessengeschäft Held. Oben befinden sich Wohnungen und Büros. An der Stelle der früheren Arztpraxis isst heute ein Institut für Lernbegleitung.[4]
Die Judenstraße 5, "Haus Hall", ist in der Denkmalliste eingetragen.
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Die Judenstraße mit Haus Hall, 1930
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Filmauschnitt von 1957
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Haus Hall, 2011
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Die original alte Türe
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