Engerstraße 21: Unterschied zwischen den Versionen
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In den Adressbüchern von 1861 bis mindestens 2004 erscheint ununterbrochen der Name Nopper als landwirtschaftlicher Betrieb, zuletzt im Telefonbuch mit dem Eintrag ''Nopper, Ferd., Landwirt'', als dort schon lange kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr war. | In den Adressbüchern von 1861 bis mindestens 2004 erscheint ununterbrochen der Name Nopper als landwirtschaftlicher Betrieb, zuletzt im Telefonbuch mit dem Eintrag ''Nopper, Ferd., Landwirt'', als dort schon lange kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr war. in den Adressbüchern von 1898 bis 1925 erscheint Josef Kipper. Er war offenbar politisch aktiv und erscheint im Adressbuch von 1912 als Stadtverordneter. In der Zeit war aber anscheinend auch noch ein Geschäft im Haus. Im Adressbuch findet man "Grünen, Wilh., Schneidermeister, Maßgeschäft, Manufakturwaren". | ||
Leider fiel (wie so oft in den sechziger und siebziger Jahren) der untere Teil der beeindruckenden Stuckfassade einer Modernisierung mit dem Einbau großer Schaufensterscheiben zum Opfer. | Leider fiel (wie so oft in den sechziger und siebziger Jahren) der untere Teil der beeindruckenden Stuckfassade einer Modernisierung mit dem Einbau großer Schaufensterscheiben zum Opfer. | ||
Im Haus Nopper war lange ein großer Lebensmittelmarkt von Schätzlein. Später zog die Fa. Kaiser's in das große Ladenlokal (Eintrag im Telefonbuch von 2004). Kaiser's verließ am 15. August 2015 als letzter klassischer Lebensmittelmarkt die Innenstadt.<ref>https://www.wz.de/nrw/kreis-viersen/kempen-und-grefrath/aldi-will-dritte-filiale-eroeffnen_aid-28061673</ref> Heute ist hier eine Filiale des Non-Food-Dicounters Kodi. | |||
Im Haus Nopper war lange ein großer Lebensmittelmarkt von Schätzlein. Später zog die Fa. Kaiser's in das große Ladenlokal (Eintrag im Telefonbuch von 2004). Kaiser's verließ als | |||
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'''Adressbuch Kempen 1879:''' | '''Adressbuch Kempen 1879:''' | ||
*Nopper, Jac., Wwe., Ackerer, Nr. 386'''Adressbuch Kempen 1898:''' | *Nopper, Jac., Wwe., Ackerer, Nr. 386 | ||
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*Nopper Jakob Wwe., Ackerin | *Nopper Jakob Wwe., Ackerin | ||
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*Nopper, Joh., Landwirt | *Nopper, Joh., Landwirt | ||
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Das Haus des Bauern Johannes und Jakob Nopper, Engerstraße 21. Hier vollzieht sich im Dezember 1940 eine Tragödie: Der Melker Josef Gessmann denunziert seinen Arbeitskollegen, den polnischen Zwangsarbeiter Marian Kurzawa, wegen angeblicher geschlechtlicher Beziehungen zu einer jungen Magd. Obwohl Nopper die Denunziation zu entkräften und den Polen zu schützen versucht, wird Kurzawa schließlich gehenkt. Ursprünglich sollte die Hinrichtung sogar vor dem Gebäude auf der Engerstraße stattfinden. ''(Quelle: Dr. Hans Kaiser)'' | Das Haus des Bauern Johannes und Jakob Nopper, Engerstraße 21. Hier vollzieht sich im Dezember 1940 eine Tragödie: Der Melker Josef Gessmann denunziert seinen Arbeitskollegen, den polnischen Zwangsarbeiter Marian Kurzawa, wegen angeblicher geschlechtlicher Beziehungen zu einer jungen Magd. Obwohl Nopper die Denunziation zu entkräften und den Polen zu schützen versucht, wird Kurzawa schließlich gehenkt. Ursprünglich sollte die Hinrichtung sogar vor dem Gebäude auf der Engerstraße stattfinden. ''(Quelle: Dr. Hans Kaiser)'' | ||
Siehe auch https://stolpersteine-kempen.de/biographien/marian-kurzawa-2/ | |||
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Aktuelle Version vom 29. August 2024, 16:49 Uhr
In den Adressbüchern von 1861 bis mindestens 2004 erscheint ununterbrochen der Name Nopper als landwirtschaftlicher Betrieb, zuletzt im Telefonbuch mit dem Eintrag Nopper, Ferd., Landwirt, als dort schon lange kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr war. in den Adressbüchern von 1898 bis 1925 erscheint Josef Kipper. Er war offenbar politisch aktiv und erscheint im Adressbuch von 1912 als Stadtverordneter. In der Zeit war aber anscheinend auch noch ein Geschäft im Haus. Im Adressbuch findet man "Grünen, Wilh., Schneidermeister, Maßgeschäft, Manufakturwaren".
Leider fiel (wie so oft in den sechziger und siebziger Jahren) der untere Teil der beeindruckenden Stuckfassade einer Modernisierung mit dem Einbau großer Schaufensterscheiben zum Opfer.
Im Haus Nopper war lange ein großer Lebensmittelmarkt von Schätzlein. Später zog die Fa. Kaiser's in das große Ladenlokal (Eintrag im Telefonbuch von 2004). Kaiser's verließ am 15. August 2015 als letzter klassischer Lebensmittelmarkt die Innenstadt.[1] Heute ist hier eine Filiale des Non-Food-Dicounters Kodi.
Adressbuch Kempen 1861:
- Nopper, Jac., Ackerer, Nr. 327
Adressbuch Kempen 1879:
- Nopper, Jac., Wwe., Ackerer, Nr. 386
Adressbuch Kempen 1898:
- Nopper Jakob Wwe., Ackerin
- Nopper Josef, Ackerer
Adressbuch Kempen 1912:
- Grünen, Wilh., Schneidermeister, Maßgeschäft, Manufakturwaren
- Nopper, Jos., Landwirt
Adressbuch Kempen 1925:
- Kröll, Mich., Bahnbeamter a.D.
- Nopper, Jos., Landwirt
Adressbuch Kempen 1930/31:
- Kröll, Josefa, Wtw.
- Nopper, Johannes, Landwirt
Adressbuch Kempen 1937:
- Demkowski, Heinrich, Melker
- Dollinger, Karl, Steuerwachtmeister
- Lisakowski, Stefan, Arbeiter
- Nopper, Jakob, Landwirt
Adressbuch Kempen 1959:
- Koch, Rudolf, Techniker
- Nopper, Helene, o. B.
- Nopper, Joh., Landwirt
- Neumann, Horst, Traktorist
- Schmidt, Hermann, Arbeiter
- Voss, Elis., Hausgeh.
Tödliche Denunziation
Das Haus des Bauern Johannes und Jakob Nopper, Engerstraße 21. Hier vollzieht sich im Dezember 1940 eine Tragödie: Der Melker Josef Gessmann denunziert seinen Arbeitskollegen, den polnischen Zwangsarbeiter Marian Kurzawa, wegen angeblicher geschlechtlicher Beziehungen zu einer jungen Magd. Obwohl Nopper die Denunziation zu entkräften und den Polen zu schützen versucht, wird Kurzawa schließlich gehenkt. Ursprünglich sollte die Hinrichtung sogar vor dem Gebäude auf der Engerstraße stattfinden. (Quelle: Dr. Hans Kaiser)
Siehe auch https://stolpersteine-kempen.de/biographien/marian-kurzawa-2/
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"Haus Nopper", Engerstr. 21, in der Denkmalliste