Donkring 13: Unterschied zwischen den Versionen

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Peters, Maria, Wwe., Rest. "Königsburg", Donkring 13/15, F. 462
Peters, Maria, Wwe., Rest. "Königsburg", Donkring 13/15, F. 462
Dieter Persson beschreibt die alte Königsburg sehr anschaulich in seinem Büchlein "Kempen - Ein Kind erzählt":
<blockquote>
Auf dem Hessenring gegenüber von Fliegers Garten befand sich  ein imposantes Gebäude, die Königsburg.<br />
Groß und mächtig stellt sie die Front zur Straße dar. Der Eingang: bunt gefliest, zwei mächtige Flügeltüren (oberhalb verglast mit Milchscheiben) bilden das Entree. Unter dem Eingangsbogen spendet eine Kuppelleuchte die nötige Helligkeit, rechts  und links vom Eingang hängen blecherne Bierreklamen der vertreenen Brauereien. Die einzige Stufe aus Beton ist schon sehr  stark abgenutzt. und zeigt etliche Risse und Blasen. Rechts  hinter dem Eingang geht's zur Wirtsstube, dem Schankraum. Eine  mächtige, dunkel gehaltene, wuchtige, aus Kernholz bestehende  Theke zierte den Raum. Die umliegenden Wände halbhoch  vertäfelt, schirmen die Bestuhlung ab. Der Fußboden, ein etwas  abgetragenes Riegelparkett, bildet einen Kontrast zur geweißten  Decke. Die Fensterhöhlen sehr groß, geben den Blick durch  mehrfach gesproßte und unterteilte Fenster frei, oben runden  leicht gewölbte Stöße das Bild ab. Links und rechts fallen Vorhänge aus groben Leinen an Schabracken befestigt bis fast auf  den Fußboden herab. Die Beleuchtung unterteilt sich in Wand-  und Deckenleuchten. Große hohe Doppelflügeltüren geben hinter dem Schankraum den Weg zum Vereinszimmer frei, welches in der  Ausstattung sich fast in nichts vom Bewirtungszinrner  unterscheidet. Ausnahme: ein großer schwarzer Flügel  bescherrscht dominant den Raum, dahinter ein sehr hoher und  breiter Schaukasten mit den Emblemen der hier beherbergten  Vereine. In einer Ecke ein schmiedeeiserner Fahnenhalter, geschmückt mit Wimpeln sowie Vereinsfahnen. Am Haupteingang  weiter geradeaus, gelangt man auch in das eigentliche Herzstück  der Königsburg, dem Festsaal. Direkt in Blickrichtung schaut  man auf die überdimensioniert mannshoche Bühne, Schwere  Vorhänge schirmen den Blick auf die Kulissen hinter der Spielfläche  ab. Längsseits im Zuschauerraum stehen lange Tisch- und  Stuhlreihen, und verlangen eine seitliche Blickrichtung des Festsaalbenutzers. Direkt im Eingangsbereich befindet sich die zweite Theke, ein Holzfaß, mit Zapfhähnen versehen, bildet den  Ausschank. Über dem Ganzen hängen an Ketten Pendelleuchten aus  Weißglas. Seitlich vom Zuschauerraum, durch Türen und Bögen  abgegrenzt, noch eine in Holz getäfelte Kegelbahn, oft  zweckentfremdet als Vorbereitungs- und Umkleideraum. Ein  Austritt zum Hof hin ist nur vom Saal möglich. Das ganze  betreut die Wirtsfamilie Undorf.
Zu jeder Zeit herrscht ein reger Betrieb. Was gibt es da nicht alles an Feiern! Vom Sängerwettstreit angefangen, Weihnachts- und Karnevalsveranstaltungen bis hin zu Familien- und Vereinsfesten. Ein "Kommen und Gehen", und im Hochsommer wird sogar der Hof mit einbezogen. Dann heißt  es Gartenbestuhlung aufbauen, Kühltheken zurechtrücken, die mit  Stangeneis gefüllt sind, Schirme aufgestellt, den Hof mit  Wimpeln bestückt, und dann kann es losgehen. Gelegentlich spielt  eine Kapelle auf, zum Bier und anderen Getränken wird dann der  Musikpfennig fällig. Man trifft sich zum Tanztee oder zum Frühschoppen, manchmal auch zu Werbeveranstaltungen.  <br />
Meine Eltern erzählten oft von gelungenen Vergnügungen, mir  blieben sie verwehrt, aus Altersgründen, aber wenn es möglich  wurde nach den Veranstaltungen, schlich ich hinten vom Hof außen zum Festsaal heran, um durch die Scheiben einen Blick zu  werfen„ ob ich noch etwas vom Vergangenen erspähen könnte. Was  ich sah, waren leere Bierkästen, Kübel voll Papiertischtücher,  Bierdeckel, und die Bühne beherbergte abgebaute Kulissen.
<ref>Dieter Persson, Kempen - Ein Kind erzählt, Ende Fünfziger/Anfang sechziger Jahre - so war es, Krefeld, 1991</ref>
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Version vom 17. Februar 2017, 17:24 Uhr

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Eintrag der Königsburg in Adressbuch der Stadt Kempen 1930/31

Adressbuch 1937:

Peters, Maria, Wwe., Rest. "Königsburg", Donkring 13/15, F. 462


Dieter Persson beschreibt die alte Königsburg sehr anschaulich in seinem Büchlein "Kempen - Ein Kind erzählt":

Auf dem Hessenring gegenüber von Fliegers Garten befand sich ein imposantes Gebäude, die Königsburg.
Groß und mächtig stellt sie die Front zur Straße dar. Der Eingang: bunt gefliest, zwei mächtige Flügeltüren (oberhalb verglast mit Milchscheiben) bilden das Entree. Unter dem Eingangsbogen spendet eine Kuppelleuchte die nötige Helligkeit, rechts und links vom Eingang hängen blecherne Bierreklamen der vertreenen Brauereien. Die einzige Stufe aus Beton ist schon sehr stark abgenutzt. und zeigt etliche Risse und Blasen. Rechts hinter dem Eingang geht's zur Wirtsstube, dem Schankraum. Eine mächtige, dunkel gehaltene, wuchtige, aus Kernholz bestehende Theke zierte den Raum. Die umliegenden Wände halbhoch vertäfelt, schirmen die Bestuhlung ab. Der Fußboden, ein etwas abgetragenes Riegelparkett, bildet einen Kontrast zur geweißten Decke. Die Fensterhöhlen sehr groß, geben den Blick durch mehrfach gesproßte und unterteilte Fenster frei, oben runden leicht gewölbte Stöße das Bild ab. Links und rechts fallen Vorhänge aus groben Leinen an Schabracken befestigt bis fast auf den Fußboden herab. Die Beleuchtung unterteilt sich in Wand- und Deckenleuchten. Große hohe Doppelflügeltüren geben hinter dem Schankraum den Weg zum Vereinszimmer frei, welches in der Ausstattung sich fast in nichts vom Bewirtungszinrner unterscheidet. Ausnahme: ein großer schwarzer Flügel bescherrscht dominant den Raum, dahinter ein sehr hoher und breiter Schaukasten mit den Emblemen der hier beherbergten Vereine. In einer Ecke ein schmiedeeiserner Fahnenhalter, geschmückt mit Wimpeln sowie Vereinsfahnen. Am Haupteingang weiter geradeaus, gelangt man auch in das eigentliche Herzstück der Königsburg, dem Festsaal. Direkt in Blickrichtung schaut man auf die überdimensioniert mannshoche Bühne, Schwere Vorhänge schirmen den Blick auf die Kulissen hinter der Spielfläche ab. Längsseits im Zuschauerraum stehen lange Tisch- und Stuhlreihen, und verlangen eine seitliche Blickrichtung des Festsaalbenutzers. Direkt im Eingangsbereich befindet sich die zweite Theke, ein Holzfaß, mit Zapfhähnen versehen, bildet den Ausschank. Über dem Ganzen hängen an Ketten Pendelleuchten aus Weißglas. Seitlich vom Zuschauerraum, durch Türen und Bögen abgegrenzt, noch eine in Holz getäfelte Kegelbahn, oft zweckentfremdet als Vorbereitungs- und Umkleideraum. Ein Austritt zum Hof hin ist nur vom Saal möglich. Das ganze betreut die Wirtsfamilie Undorf. Zu jeder Zeit herrscht ein reger Betrieb. Was gibt es da nicht alles an Feiern! Vom Sängerwettstreit angefangen, Weihnachts- und Karnevalsveranstaltungen bis hin zu Familien- und Vereinsfesten. Ein "Kommen und Gehen", und im Hochsommer wird sogar der Hof mit einbezogen. Dann heißt es Gartenbestuhlung aufbauen, Kühltheken zurechtrücken, die mit Stangeneis gefüllt sind, Schirme aufgestellt, den Hof mit Wimpeln bestückt, und dann kann es losgehen. Gelegentlich spielt eine Kapelle auf, zum Bier und anderen Getränken wird dann der Musikpfennig fällig. Man trifft sich zum Tanztee oder zum Frühschoppen, manchmal auch zu Werbeveranstaltungen.
Meine Eltern erzählten oft von gelungenen Vergnügungen, mir blieben sie verwehrt, aus Altersgründen, aber wenn es möglich wurde nach den Veranstaltungen, schlich ich hinten vom Hof außen zum Festsaal heran, um durch die Scheiben einen Blick zu werfen„ ob ich noch etwas vom Vergangenen erspähen könnte. Was ich sah, waren leere Bierkästen, Kübel voll Papiertischtücher, Bierdeckel, und die Bühne beherbergte abgebaute Kulissen. [1]



  1. Dieter Persson, Kempen - Ein Kind erzählt, Ende Fünfziger/Anfang sechziger Jahre - so war es, Krefeld, 1991