Ellenstraße 24: Unterschied zwischen den Versionen
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Ende des neunzehnten Jahrhunderts war hier offenbar eine Wollwarenhandlung von ''Lambert Buschen''. Mit ziemlicher Sicherheit ist nämlich die alte Kempener Hausnummer 83, wie sie im Adressbuch von 1879 aufgeführt ist, identisch mit der späteren Hausnummer 24 der Ellenstraße. Ein Heinrich Lambert Buschen erscheint nämlich auch im Adressbuch von 1898, jetzt als Kostgeber.<ref>Einträge in alten Adressbüchern</ref> | |||
Vor dem | Schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war dann hier eine Bäckerei. Das Adressbuch von 1912 zeigt unter dieser Adresse ''Theodor Beecker'' als Bäcker und Konditor. Im Gewerbeverzeichnis steht der Name ''Becker'' mit einem ''e''. | ||
Vor dem Zweiten Weltkrieg war an dieser Stelle die Bäckerei von ''Karl Lintermanns''.<ref name=Adressbuch /> Möglicherweise hat Karl Lintermanns also die Bäckerei von Theodor Beecker übernommen. Das Haus wurde bei dem Bombenanfriff am 10. Februar 1945 vollständig zerstört. Bei dem Angriff verlor fast die ganze Familie ihr Leben: Karl Lintermann, seine Frau Sofia, geb. Holla sowie die Töchter Marie-Therese (19 Jahre alt), Irmgard (17) und Therese (14). Ihr Bruder Karl Herbert überlebte den Angriff.<ref>Anzeige von Karl Herbert Lintermanns im Jahr 2005 sechzig Jahre nach dem Luftangriff</ref> | |||
Bis 1984 war hier der Fiseursalon Pempelfort. Auf einem Foto aus dem Jahre 1979 sieht man noch das Werbeschild "4711". | Bis 1984 war hier der Fiseursalon Pempelfort. Auf einem Foto aus dem Jahre 1979 sieht man noch das Werbeschild "4711". | ||
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Seit ... betreibt Marlene Hoffmann in dem Haus unter dem Namen [http://www.studio-musikus.de/ ''studio:musicus''] eine Musikschule. Seit dem Tod der Eheleute Pempelfort bewohnt sie auch die oberen Stockwerke. | Seit ... betreibt Marlene Hoffmann in dem Haus unter dem Namen [http://www.studio-musikus.de/ ''studio:musicus''] eine Musikschule. Seit dem Tod der Eheleute Pempelfort bewohnt sie auch die oberen Stockwerke. | ||
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====Einträge in alten Adressbüchern==== | |||
'''1879''' | |||
*Buschen, Lambert, Wollwaarenhandlung, Kempen, Haus-Nr. 83 | |||
Buschen, Heinr. Lamb., Kostgeber | '''1898''' | ||
Dammertz, | *Buschen, Heinr. Lamb., Kostgeber | ||
Mommertz, Bernh., Redakteur | *Dammertz, Math., Kreisausschußassistent | ||
*Mommertz, Bernh., Redakteur | |||
'''1912''' | |||
*Beecker, Theod., Bäcker und Konditor, im Gewerbeverzeichnis ''Becker'' mit einem ''e'' | |||
Lintermanns, Karl, Bäckerei, Konditorei, Tel. 496 | '''1925''' | ||
*Trenz, Franziska, Gehilfin | |||
'''1930/31 | |||
*Lintermanns, Karl, Bäcker | |||
'''1937 | |||
*Lintermanns, Karl, Bäckerei, Konditorei, Tel. 496 | |||
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'''Quellen''' | |||
<references /> | <references /> | ||
Version vom 7. Mai 2015, 17:13 Uhr
Ende des neunzehnten Jahrhunderts war hier offenbar eine Wollwarenhandlung von Lambert Buschen. Mit ziemlicher Sicherheit ist nämlich die alte Kempener Hausnummer 83, wie sie im Adressbuch von 1879 aufgeführt ist, identisch mit der späteren Hausnummer 24 der Ellenstraße. Ein Heinrich Lambert Buschen erscheint nämlich auch im Adressbuch von 1898, jetzt als Kostgeber.[1]
Schon zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war dann hier eine Bäckerei. Das Adressbuch von 1912 zeigt unter dieser Adresse Theodor Beecker als Bäcker und Konditor. Im Gewerbeverzeichnis steht der Name Becker mit einem e.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war an dieser Stelle die Bäckerei von Karl Lintermanns.[2] Möglicherweise hat Karl Lintermanns also die Bäckerei von Theodor Beecker übernommen. Das Haus wurde bei dem Bombenanfriff am 10. Februar 1945 vollständig zerstört. Bei dem Angriff verlor fast die ganze Familie ihr Leben: Karl Lintermann, seine Frau Sofia, geb. Holla sowie die Töchter Marie-Therese (19 Jahre alt), Irmgard (17) und Therese (14). Ihr Bruder Karl Herbert überlebte den Angriff.[3]
Bis 1984 war hier der Fiseursalon Pempelfort. Auf einem Foto aus dem Jahre 1979 sieht man noch das Werbeschild "4711".
Gerhard Pempelfort hatte seinem Salon schon früh auf der Vorster Straße. Schon 1937 findet man im Adressbuch diesen Eintrag.[2] Später zog er dann zur Ellentraße, zeitweise im Haus Ellenstraße 14, zeitweise in Ellenstraße 31. Nach dem Krieg baute er das heutige Haus Ellenstraße 24, nachdem das alte Gebäude bei dem Bombenangriff 1945 zerstört wurde. Die Familie Pempelfort wohnte auch im Haus über dem Friseursalon. Gerhard Pempelfort starb 1989, seine Frau ... einige Jahr später im Jahr ...
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Seit ... betreibt Marlene Hoffmann in dem Haus unter dem Namen studio:musicus eine Musikschule. Seit dem Tod der Eheleute Pempelfort bewohnt sie auch die oberen Stockwerke.
Einträge in alten Adressbüchern
1879
- Buschen, Lambert, Wollwaarenhandlung, Kempen, Haus-Nr. 83
1898
- Buschen, Heinr. Lamb., Kostgeber
- Dammertz, Math., Kreisausschußassistent
- Mommertz, Bernh., Redakteur
1912
- Beecker, Theod., Bäcker und Konditor, im Gewerbeverzeichnis Becker mit einem e
1925
- Trenz, Franziska, Gehilfin
1930/31
- Lintermanns, Karl, Bäcker
1937
- Lintermanns, Karl, Bäckerei, Konditorei, Tel. 496
Quellen