Markt 4: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Das ehem. Hospital zum hl. Geist''' | |||
Die Krankenhäuser hatten in alter Zeit im nordwestdeutschen Raum fast überall den gleichen Namen: Hospital (oder „Gasthaus“) zum hl. Geist. Sie lagen mitten in der Stadt und waren zugleich auch Altersheime und Herbergen. Nur die mit ansteckenden Krankheiten – mit Pest, Pocken und Lepra Behafteten hatten ihre Häuser draußen vor den Toren der Stadt und hießen deshalb Aussätzige. | Die Krankenhäuser hatten in alter Zeit im nordwestdeutschen Raum fast überall den gleichen Namen: Hospital (oder „Gasthaus“) zum hl. Geist. Sie lagen mitten in der Stadt und waren zugleich auch Altersheime und Herbergen. Nur die mit ansteckenden Krankheiten – mit Pest, Pocken und Lepra Behafteten hatten ihre Häuser draußen vor den Toren der Stadt und hießen deshalb Aussätzige. | ||
So war das auch in Kempen. Das hl.Geist-Hospital lag am Markt gegenüber dem Rathaus, direkt neben Markt Nr. 5, Wand an Wand. Es wurde 1410 von einem Uerdinger Brauer, der aus Kempen stammte, gestiftet. Der Kapellenbau entstand um 1421 und wurde direkt anschließend an das Hospital der damals prosperierenden Stadt erbaut in klaren gotischen Formen als einschiffiger Hallenbau mit drei Jochen. Anderen Recherchen nach hat bereits am 9. Januar 1411 Papst Johannes XXII. dem Dekan des Aachener Marienstifts in Bologna den Auftrag gegeben, die Stiftung des Kempener Hospitals samt Kapelle und Altar zu bestätigen. | So war das auch in Kempen. | ||
Das hl.Geist-Hospital lag am Markt gegenüber dem Rathaus, direkt neben Markt Nr. 5, Wand an Wand. Es wurde 1410 von einem Uerdinger Brauer, der aus Kempen stammte, gestiftet. Der Kapellenbau entstand um 1421 und wurde direkt anschließend an das Hospital der damals prosperierenden Stadt erbaut in klaren gotischen Formen als einschiffiger Hallenbau mit drei Jochen. Anderen Recherchen nach hat bereits am 9. Januar 1411 Papst Johannes XXII. dem Dekan des Aachener Marienstifts in Bologna den Auftrag gegeben, die Stiftung des Kempener Hospitals samt Kapelle und Altar zu bestätigen. | |||
Die alte Hospitalkapelle wurde indessen an einen Gastwirt verkauft. Es blieb also ein Gasthaus, wenn auch vielleicht weniger fromm und uneigennützig. Das historische Hospital steht schon lange nicht mehr, auch die Kapelle erlebte weniger attraktive Zeiten und wurde im 20. Jahrhundert als Hotelbetrieb (bis 1914), Frisörsalon und Stadtbibliothek genutzt, ehe 1990 der lichte Raum in seiner usprünglichen Architektur wieder der sakralen Nutzung rückgeführt wurde und ist heute Eigentum der katholischen Kirche. | Die alte Hospitalkapelle wurde indessen an einen Gastwirt verkauft. Es blieb also ein Gasthaus, wenn auch vielleicht weniger fromm und uneigennützig. Das historische Hospital steht schon lange nicht mehr, auch die Kapelle erlebte weniger attraktive Zeiten und wurde im 20. Jahrhundert als Hotelbetrieb (bis 1914), Frisörsalon und Stadtbibliothek genutzt, ehe 1990 der lichte Raum in seiner usprünglichen Architektur wieder der sakralen Nutzung rückgeführt wurde und ist heute Eigentum der katholischen Kirche. | ||
Das Hospital versah unter der Aufsicht von zwei Provisoren seinen mildtätigen Dienst bis 1808. Das Hospital selbst wurde es in ein neueres Haus in die Oelstraße verlegt. 1867 zog es abermals in die Mülhauser Straße um. | |||
Bis 1985 war es Stadtbücherei, von 2005 bis 2012 religiöse Buchhandlung. | Bis 1985 war es Stadtbücherei, von 2005 bis 2012 religiöse Buchhandlung. | ||
'''''Vergleichsfoto''': Die Heilig-Geist-Kapelle um 1920 und 2009'' | '''''Vergleichsfoto''': Die Heilig-Geist-Kapelle um 1920 und 2009'' | ||
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'''Verweise auf externe Websites:''' | |||
Website Min Kempe[http://www.min-kempe.de/hospital.html] | Website Min Kempe[http://www.min-kempe.de/hospital.html] | ||
Version vom 20. Juli 2013, 00:24 Uhr
Das ehem. Hospital zum hl. Geist
Die Krankenhäuser hatten in alter Zeit im nordwestdeutschen Raum fast überall den gleichen Namen: Hospital (oder „Gasthaus“) zum hl. Geist. Sie lagen mitten in der Stadt und waren zugleich auch Altersheime und Herbergen. Nur die mit ansteckenden Krankheiten – mit Pest, Pocken und Lepra Behafteten hatten ihre Häuser draußen vor den Toren der Stadt und hießen deshalb Aussätzige. So war das auch in Kempen.
Das hl.Geist-Hospital lag am Markt gegenüber dem Rathaus, direkt neben Markt Nr. 5, Wand an Wand. Es wurde 1410 von einem Uerdinger Brauer, der aus Kempen stammte, gestiftet. Der Kapellenbau entstand um 1421 und wurde direkt anschließend an das Hospital der damals prosperierenden Stadt erbaut in klaren gotischen Formen als einschiffiger Hallenbau mit drei Jochen. Anderen Recherchen nach hat bereits am 9. Januar 1411 Papst Johannes XXII. dem Dekan des Aachener Marienstifts in Bologna den Auftrag gegeben, die Stiftung des Kempener Hospitals samt Kapelle und Altar zu bestätigen.
Die alte Hospitalkapelle wurde indessen an einen Gastwirt verkauft. Es blieb also ein Gasthaus, wenn auch vielleicht weniger fromm und uneigennützig. Das historische Hospital steht schon lange nicht mehr, auch die Kapelle erlebte weniger attraktive Zeiten und wurde im 20. Jahrhundert als Hotelbetrieb (bis 1914), Frisörsalon und Stadtbibliothek genutzt, ehe 1990 der lichte Raum in seiner usprünglichen Architektur wieder der sakralen Nutzung rückgeführt wurde und ist heute Eigentum der katholischen Kirche. Das Hospital versah unter der Aufsicht von zwei Provisoren seinen mildtätigen Dienst bis 1808. Das Hospital selbst wurde es in ein neueres Haus in die Oelstraße verlegt. 1867 zog es abermals in die Mülhauser Straße um.
Bis 1985 war es Stadtbücherei, von 2005 bis 2012 religiöse Buchhandlung.
Vergleichsfoto: Die Heilig-Geist-Kapelle um 1920 und 2009
Adressbuch Kempen 1898:
- Keuter Josef, Wirt, Hotel
Hotel Keuter am Markt gelegen. Erstes und ältestes Haus am Platze, comfortable Zimmer - Omnibus am Bahnhof. Weinhandlung.
Adressbuch Kempen 1937:
- Ambrosius Jakob, Maurer
- Ambrosius Johann, Maurer
- Güldner Hans, Angestellter
- Horsten Wilhelm, Kaufmann
- Schumacher Willibald, Friseurgeschäft
Verweise auf externe Websites:
Website Min Kempe[1]
Denkmalliste[2]
Zur Straßenliste Buttermarkt (Markt)
